1985 - 1988: Konsulent der Zentralsparkasse
1988: Geschäftsführer und Landesvorsitzender der Wiener Mietervereinigung
1985 – 1994: Mitglied des Wiener Landtages und Gemeinderates
1994 – 2007 Amtsführender Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung, Präsident des Wohnfonds Wien - Fonds für Wohnbau und Stadterneuerung (WBSF) und Vizepräsident des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF)
Jänner 2007 - Dezember 2008: Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie
Juni 2008 - August 2008: geschäftsführender Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ)
seit 8. August 2008: Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ)
seit 2. Dezember 2008: Bundeskanzler der Republik Österreich
Anfänge in der Schülervertretung
Die politische Sozialisation von Werner Faymann beginnt in den siebziger Jahren im Gymnasium im 15. Wiener Bezirk. Er ist dort in der Schülervertretung aktiv, später auch im Wiener Landesschülerbeirat sowie in der Sozialistischen Jugend (SJ). 1981 wird er Landesvorsitzender der SJ, er übt diese Funktion bis 1987 aus. Prägend war für ihn auch das Engagement bei der Aktion "Schüler gegen das AKW" gegen das Atomkraftwerk in Zwentendorf.
Die Universität besucht Faymann berufsbegleitend wie eine Volkshochschule und hört Vorlesungen aus Jus und Kunstgeschichte. Als jüngstes Mitglied zieht er 1985 in den Wiener Landtag ein und wird Konsulent für die Wiener Zentralsparkasse. Die Mietervereinigung holt ihn im Jahr 1988 in die Geschäftsführung, er wird Landesvorsitzender der über 100.000 Mitglieder starken Konsumentenschutzorganisation für Mieter.
Von dort wird er vom Wiener Bürgermeister Michael Häupl 1994 als amtsführender Stadtrat für Wohnbau und Stadterneuerung in die Landesregierung berufen. In seinem Ressort verwaltet er einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro im Jahr.
Wien: 225.000 Wohnungen errichtet oder saniert
In den zwölf Jahren seiner Tätigkeit werden 85.000 Neubauwohnungen in Wien realisiert und Wohnhäuser mit mehr als 140.000 Wohnungen saniert. Damit wurden mehr als 225.000 der 915.000 Wiener Wohnungen, d.h. rund ein Viertel aller Wohnungen neu errichtet, verbessert oder saniert. Die aufgesplitterte Verwaltung der 220.000 Wiener Gemeindewohnungen wird zum Unternehmen Wiener Wohnen zusammengefasst – der heute größten Hausverwaltung Europas.
Der Klimaschutz war für Faymann wie später beim Verkehr auch im Wohnbau von großer Bedeutung. Die Klimaschutzmaßnahmen im Wiener Wohnbau ermöglichen die Einsparung von 234.000 Tonnen CO2 pro Jahr, das entspricht der Schadstoffmenge von 91.000 PKW in der Mittelklasse. Umgerechnet auf die CO2-Aufnahmeleistung eines ausgewachsenen Baumes gleichen diese Einsparungen der Auswirkung eines zusätzlichen Waldes mit rund 6 Millionen Bäumen, einer Baumfläche von 39.000 ha und damit der Gesamtfläche Wiens. Die Mieter ersparen sich durch die energiesparenden Maßnahmen bis zu 40 % der laufenden Kosten.
Insgesamt werden von 1994 bis 2007 über 5,2 Milliarden Euro in den Wiener Wohnbau investiert.
Infrastruktur: Schwerpunkt auf Klimaschutz und öffentlichen Verkehr
Im Jänner 2007 wird Faymann als Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Mitglied der österreichischen Bundesregierung.
Für Faymann sind Verlässlichkeit, langfristige Planung und Effizienz in der Verkehrspolitik wichtige Prämissen. Mit dem Koalitionspartner werden Rekordinvestitionen in der Höhe von 11 Milliarden Euro bis 2010 beschlossen und in den ersten zwei Jahren entsprechend den Zeitplänen auch umgesetzt. Die Investitionen werden im Verhältnis 2/3 auf der Schiene und zu 1/3 auf der Strasse eingesetzt. Die Infrastrukturinvestitionen unterstützen die hohe Beschäftigungsquote und Absicherung des Wirtschaftsstandorts Österreich, 100.000 Arbeitsplätze sind direkt davon abhängig, 20.000 konnten zusätzlich neu geschaffen werden.
Fortschritte bei Semmering-Tunnel und Transit
Faymann gelingt es, wichtige Projekte mit bisher ungewisser Zukunft voranzubringen, wie die Koralmbahn und den Semmeringbasistunnel. Wesentliche Erfolge erreicht er auch in der Transitpolitik auf EU-Ebene. So fördert die EU den Brenner-Basis-Tunnel mit 800 Mio. Euro. Als Eigentümervertreter der Republik fordert Verkehrsminister Faymann von Asfinag und ÖBB hohe synergetische Zusammenarbeit und höhere Kosteneffizienz im Ausmaß von 10 % ein.
Am 8. August 2008 wird Werner Faymann am 40. ordentlichen Bundesparteitag im Design Center Linz mit 98,36 % zum Vorsitzenden der SPÖ gewählt.
Am 2. Dezember 2008 wird Werner Faymann von Bundespräsident Heinz Fischer als Bundeskanzler angelobt.












